Conference Paper: Towards a Landscape of Possilities

Towards a Landscape of Possilities – Zur experimentelle Heterotopie einer Großwohnsiedlung

Mit der Arbeit „Towards a Landscape of Possibilities” entwickeln wir ein Gedankenexperiement auf der Grundannahme, dass die Prozesse des Un-Geplanten unvermeidbarer Bestandteil einer urbanen Realität sind, und sie Teil der kritischen (Planungs)Praxis wer- den müssen, wenn das Motiv eine Stadtentwicklung ist, welche die Möglichkeiten der Lern- und Anpassungsfähigkeit an kommende gesellschaftliche Herausforderungen auf Basis des Bestehenden erweitern, und „transduktiv“ in eine denkbar mögliche Zukunft überführen möchte. Am Beispiel der Hamburger Großwohnsiedlung Kirchdorf-Süd spielen wir prototypisch unser experimentelles Verfahren durch. Ausgehend von einer qualitativen Untersu- chung versuchen wir mögliche relationale Pattern einer urbanen Sprache der Praxis in drei Katalogen zu organisieren. Der erste Katalog enthält die Variablen ortsspezifischer Potentiale und Bedingungen und mögliche aus den demografischen, kulturellen, ökonomischen, klimatischen und technologischen Trends (am Ort) extrapolierte Szenarien. Der zweite Ka- talog versammelt bekannte Konzepte und Prozeduren im Umgang mit ähnlichen Situatio- nen und Bedingungen. Der dritte Katalog versammelt die Differenz, die Erfindung, das An- dere als Erweiterung des denkbar Möglichen. Zur Erweiterung des denkbar Möglichen füh- ren wir ein neues hybrides Verfahren ein, die„Experimentelle Heterotopie“. Henri Lefebvres Denkfigur der „Experimentellen Utopie“, welche „experimentell zu konzipieren [sei], indem man das Terrain ihrer Implikation und Konsequenzen studiert” fügen wir Foucaults „Hete- rotopie“ Begriff als „Widerlager“ und „Andersort“ hinzu und überführen dieses Gedankenmodell mittels Brion Gysins und William S. Burroughs „Cut-Up“ Methode in eine Praxis. Mit anderen Worten: Aus der Immobilie, wird eine Mobilie. Ein virtuelles, aber nicht fiktionales Objekt. Diesem ergebnisoffenen Verfahren, welches sich die ortsspezifischen „Dispostionen“, die Neigungen und Tendenzen einer möglichen Entwicklung, sowohl zu eigen macht, als es diese auch im „nahen Wirklichen“ in Richtung eines „fernen Möglichen“ zu beeinflussen sucht, geben wir mit Rückgriff auf das „epigenetische Modell“ Conrad Waddingtons den Namen „Landscape of Possibilities“.

Abstract für: International Conference „Heterotopien des Urbanen. Zur politischen Utopie des städtischen Raums“ Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie Universität Mannheim Ernst- Bloch-Zentrum, Ludwigshafen am Rhein 29.08.2013

Towards a Landscape of Possilities – Experimentelle Heterotopie einer Großwohnsiedlung

Ben Pohl, M.Sc. Urban Design, HafenCity Universität Hamburg

Tabea Michaelis, M.Sc. Urban Design, HafenCity Universität Hamburg